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DESIGN QUARTIER EHRENFELD: HELIOS
Eine neue Mitte für das Kultur/KreativQuartier Ehrenfeld

Wir arbeiten mit dem Projekt Design Quartier Ehrenfeld sehr aktiv an der Verbesserung der Rahmenbedingungen und der urbanen Strukturen für Unternehmen der Kreativwirtschaft, der Kulturszene und des Quartiers Ehrenfeld.

Unsere Arbeit basiert auf sehr erprobten und bewährten Projekten und Formen. Ehrenfeld ist keine behauptete Kopfgeburt, kein Marketinggag, sondern ein inzwischen bereits gut etabliertes Netzwerk in der internationalen Szene.

Dies hat es ermöglicht, im Kreativquartier Ehrenfeld eine Plattform aufzubauen für den Dialog innerhalb der Kreativwirtschaft und mit vielen anderen Bereichen, die für die Gestaltung der Lebensbedingungen wichtig sind.

Die Diskussion um die Zukunft des Helios-Geländes ist eine große Chance.

Eine neue Mitte für das Kultur/KreativQuartier Ehrenfeld und das neue kreativ-pädagogische Zentrum Köln

1. Ehrenfeld ist auf dem Weg zu einem europäischen Kreativquartier.

Die Dichte und Qualität der bereits hier ansässigen Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft/Kulturszene belegen das Potential für künftige Entwicklungen. Unternehmen der Kulturwirtschaft sind immer stärker Träger von lokaler Wertschöpfung, von Beschäftigung und Innovation.

2. Schon heute gehen von Ehrenfeld wichtige inhaltliche Impulse aus.

Unternehmen und Einzelpersönlichkeiten aus den Bereichen Design, Mode, Fotografie, Architektur, Musik, Ausstellungen wirken mit einem großen Radius weit über Köln und Nordrhein-Westfalen hinaus. Sie sind größtenteils bereits heute lokal, regional und weltweit vernetzt. Dies sollte verstärkt werden.

3. Chancen der Stadtentwicklung nutzen

Arbeiten und Leben in einem kreativen Stadtquartier ist ein Leitbild für die Zukunft der Städte. Weltweit wächst das Verständnis für die Bedeutung von Kreativität und Innovation für den Erhalt humaner Lebensbedingungen in den großen Metropolen. Durch eine noch bessere Nutzung bestehender städtebaulicher Substanz und Potentiale kann diese Entwicklung gefördert werden. Die aktuell anstehenden Entscheidungen über die künftige Nutzung des Helios-Geländes begründen eine neue und große Chance.

4. Neue Aktivitäten brauchen neue Räume.

Die Kreativ/Kulturwirtschaft in Ehrenfeld wirkt bereits heute wie ein Magnet, der Innovationen und Impulse anzieht. Immer öfter wird das Kreativquartier Ehrenfeld zur Plattform und Bühne für neue Ideen, Diskurse über das "Leitmedium Design", neue Formen des Wohnens, der Gestaltung von Lebensräumen, von urbanen, architektonischen und ökologischen Konzepten, von Produkten und Prozessen. Dem dient auch das von Land und Stadt geförderte Projekt "Design Quartier Ehrenfeld". Der Bedarf an Gelegenheiten und Räumen für neue Formen der Kommunikation und Vermittlung über solche Fragen wächst ständig.

5. Helios: Leuchtturm und neue Mitte

Aktuell nutzt das Projekt "Design Quartier Ehrenfeld" bereits eine Halle auf dem Helios- Gelände für die Veranstaltung von Werkstattgesprächen und Ausstellungen. An anderer Stelle auf dem Helios-Gelände arbeiten Unternehmen der Kreativwirtschaft/ Kulturszene seit einiger Zeit sehr erfolgreich. Das denkmalgeschützte Ensemble sowie andere Bestandsflächen eignen sich sehr gut für eine nachhaltige Nutzung durch die Kreativwirtschaft und zugehörige Einrichtungen von Wissenschaft, Forschung und Begegnung. Dies kann und sollte ausgebaut werden.

6. Vorschlag: Stiftung Helios

Wenn es gelänge, das denkmalgeschützte Ensemble, Turm, Halle und Bestand näher zu bestimmende Baulichkeiten, in eine Stiftung einzubringen, dann könnten diese lang-fristig dem Zweck der weiteren Entwicklung des Kreativquartiers Ehrenfeld gewidmet werden. Damit würde ein Zentrum entstehen, das die seit langem geforderte Möglichkeit bietet, Dialoge und kreative und interkulturelle Prozesse sichtbar zu machen, ihre Wirkung vielfach zu verstärken und so neue Beschäftigung und Wertschöpfung in Ehrenfeld und in Köln zu ermöglichen. Hier könnten Kreative ihre erste Arbeitsmöglichkeit finden, Ausstellungen würden innovative Impulse sichtbar machen, Veranstaltungen und Ereignisse könnten Menschen zusammenbringen, die das Ziel einer kreativen und innovativen Entwicklung neuer Lebens- und Arbeitsformen, neuer Produkte und Dienstleistungen verbindet. Forschung und Wissenschaft könnten ebenso einen Platz finden wie Anwendungszentren herausragender bereits verfügbarer Lösungen, sei es als Produkte oder als anwendbare Strategien und Prozesse. Musik, Mode und Designszene könnten sich ebenso austauschen wie internationale Designzentren, Akademien und Schulen. Ateliers, Institute, Showrooms, Coworking Spaces, neue Produktionsräume (Rapid Prototyping), Initiativen rund um Ökologischen Urbanismus und Architektur, Internationale Archive und Bibliotheken (Materialbibliothek), Institute von Hochschulen, "analoge" Archive wie z.B. eines zu Geschichte und Zukunft Ehrenfelds residieren Tür an Tür. Themen der Alltagskultur sollen dabei ebenso einen Platz finden wie sehr ambitionierte neue Formen und Strukturen. Die ganze Spannweite wird deutlich, wenn man sich die bereits heute in Ehrenfeld arbeitenden Kreativen anschaut und die Resonanz, die die aktuellen Veranstaltungen und Vorhaben in Ehrenfeld ausgelöst haben.
Als Referenzprojekte wurden diskutiert und herangezogen: modulor, Berlin und exrotaprint, Berlin.

7. School is open

Die von der Kölner Universität entwickelte Inklusive Universitätsschule ist modellhaft als Stadtteilschule für Ehrenfeld mit Hauptsitz auf dem Heliosgelände geradezu prädestiniert. Das Konzept wurde im DQE unter intensiver Beteiligung der Ehrenfelder Öffentlichkeit und der regionalen Fachöffentlichkeit vorgestellt, diskutiert und begeistert aufgenommen. Konsens ist, dass die geplanten bzw. bestehenden Kulturinstitutionen synergetisch pädagogischen Input bereitstellen können und möchten.

8. ZAMUS, Zentrum für Alte Musik Köln

ZAMUS ist eine Weiterentwicklung und Dachorganisation der schon seit Jahren auf dem Heliosgelände arbeitenden Initiativen der Alten Musik, gefördert von Stadt und Land, eine Initiative der Kölner Gesellschaft für Alte Musik e.V. Als Verein mit konzeptioneller Leitung und Geschäftsführung hat ZAMUS seinen Betrieb Anfang 2012 aufgenommen. Mit den beiden Beauftragten der KGAM e. V., Maria Spering und Fiona Stevens, wurde ebenfalls das Stiftungskonzept Helios besprochen. Siehe dazu das Statement der KGAM:

"Die KGAM e.V. stimmt mit Frau Voggenreiters Konzept in folgenden Punkten überein:
- die denkmalgeschützten Originalgebäude auf dem Heliosgelände sollen restauriert werden,
- die Kulturakteure, die bereits auf dem Heliosgelände tätig sind, sollen ihre Tätigkeit unverändert fortführen können,
Die KGAM e.V. wünscht sich in der Rheinlandhalle einen multifunktionalen Veranstaltungsraum, in dem auch Klassik-Konzerte stattfinden können. Dabei sollte der Saal so geplant sein, dass darin ca. 500 bis 750 Zuhörer Platz haben können. Der Saal sollte vielseitig benutzbar sein, z.B. auch für Ausstellungen, Messen, Lesungen und ähnliche Kulturveranstaltungen. Ein zweiter Saal innerhalb der Rheinlandhalle für weitere Veranstaltungen wäre denkbar.
Die KGAM e.V. hält die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung als Trägerstruktur der so entstandenen Gemeinschaftskulturräume auf dem Gelände für eine denkbare Lösung – dies besonders auch im Hinblick auf öffentliche Förderung.
Die KGAM e.V. kann sich auf dem restlichen Gelände eine Bebauung im Mischverhältnis vorstellen:
- Atelierräume
- Hotel (mit Appartements)
- Gastronomie
- kleine Läden passend zum Viertel (wie beispielsweise in den Seitenstraßen von der Venloer Strasse, z.B. Designer)
- Parma Delikatessen (derzeit beliebter Einkaufsort für die jetzigen Nutzer des Geländes)
- ggf. Wohnungen (nicht nur Ateliers)"

Die Stiftung Helios sollte Eigentümer der für diese Zwecke gewidmeten Baulichkeiten werden. Zu ihrem Stiftungsvermögen sollten auch die Mittel gehören, die für einen langfristigen Unterhalt der Gebäude erforderlich sind. Quersubventionen sollten eine Rolle spielen. Ansonsten kann sich die Stiftung um öffentliche Mittel im Rahmen geeigneter Projekte bewerben, soweit sie dabei einen öffentlichen Zweck erfüllt. Die Stiftung sollte ein Kuratorium, einen fachlichen Beirat und einen operativ tätigen Vorstand haben.

Dieser Vorschlag baut nicht zuletzt auf den Erfahrungen auf, die bereits jetzt mit dem Projekt Design Quartier Ehrenfeld gewonnen werden konnten. Das strategische Konzept für die Neue Mitte im KreativQuartier Ehrenfeld wurde erarbeitet von Sabine Voggenreiter, Köln. Dort liegen auch die Urheberrechte.

Dieser Vorschlag ist ein großer Wurf und er erscheint auf den ersten Blick utopisch.
U - topos meint ja: "kein Ort". Für so etwas gibt es keinen Ort. Aber das Gegenteil ist der Fall. Für die genannten Elemente und Formen, Ausstellungen, Arbeitsmöglichkeiten, Begegnungen ist das der wohl am besten geeignete Ort. Dieser Ort hat eine Geschichte, er erzählt lebendig von mehr als 100 Jahren städtischer und bürgerschaftlicher Geschichte, er ist lebendig und kann noch lebendiger werden.

Ich möchte an alle Beteiligten appellieren, einen solchen Vorschlag aufzugreifen und Raum zu geben für eine offene Diskussion.

Den Vorschlag für eine Stiftung haben wir bereits sehr genau durchdacht und ausgearbeitet. Wir kennen die formalen und inhaltlichen Anforderungen, wir wissen, was notwendig ist und was machbar ist an diesem Ort.

Ich bin fest davon überzeugt, dass das für Köln ein großer Schritt in eine Zukunft als kreative Stadt sein kann. Köln hat einen Ruf zu verlieren.
Hier geht es nicht um neue Symbole für eine alte obsolet gewordene Industriestadt, die sich mit neumodischen Ansteckern schmücken will. Hier steht eine Kunst- und Kulturstadt, die ebenso eine moderne Industrie-, Medien- und Dienstleistungsstadt ist, vor der Aufgabe, von einem hohen Niveau aus noch weiter zu greifen und eigenen und fremden höchsten Ansprüchen an Qualität und Humanität genügen zu müssen. Das ist der Anspruch, den wir an uns selbst stellen, den wir aber auch an alle anderen stellen, die aktuell in Ehrenfeld über Zukünfte entscheiden müssen.

Beim Treffen der neu gegründeten Initiative "Kulturtreff Helios" am 5. März 2012 wurden neben den bestehenden Konzepten der BI Helios, des DQE und dem Statement der KGAM e.V. folgende Positionen formuliert:

Artrmx, seit 2006 als Kunstausstellungsort auf dem Heliosgelände aktiv, möchte weiterhin auf dem Heliosgelände eine Bühne für junge Künstler schaffen sowie durch außergewöhnliche Inszenierungen Kunst auch für "Kunstneulinge" erlebbar machen.

Underground hat das Ziel seine Präsenz auf dem Heliosgelände zu festigen und durch weitere Kulturstätten wie Kino, Proberäume und Konzertsaal zu erweitern.

ÖkoRAUSCH möchte auf dem Heliosgelände ein "Grünes Zentrum" mit Büros und einem Recycling- Kaufhaus verankern sowie zusammen mit Socialbar Köln und QuerWaldEin e.V. einen nachhaltigen Coworking-Space aufbauen.

Die Teilnehmer der Initiative "Kulturtreff Helios" haben darüber hinaus ein Interesse an folgenden Bauten/Ansiedlungen auf dem Gelände bekundet:

  • Gästehaus
  • Künstlerateliers, auch für Künstler in Residence
  • Proberäume, auch für Künstler in Residence
  • Konzerthalle für 600 Personen für Kammerkonzerte und kleine Konzerte
  • Bildungsinstitutionen
  • Gastronomie
  • Urbane Landwirtschaft
  • Parkplätze / Tiefgarage

 

Köln, den 14.9.2010, revisited 22.3.2012

 

 

 

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DESIGN QUARTIER EHREFELD: HELIOS
Eine neue Mitte für das Kultur/KreativQuartier Ehrenfeld
von Sabine Voggenreiter
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